Das Festival

DER URSPRUNG DER WINTERKLASSIK
Im Oktober 2022 gab ich mein erstes Konzert im Sorbischen Museum Bautzen. Was ich dort erlebte, begleitet mich bis heute.
Schon während des Einspielens hatte ich das Gefühl, als würde der Raum auf meinen Klang antworten. Besondere Räume waren mir nicht fremd. Doch an diesem Abend war es nicht allein ihre Akustik, die mich berührte. Manche Orte antworten auf Fragen, die wir lange in uns tragen. Während des gesamten Konzerts ließ mich ein Gedanke nicht mehr los :
Ich muss an diesen Ort zurück.
Damals wusste ich noch nicht, warum mich dieser Ort so tief berührt hatte. Ich wusste nur, dass ich zurückkehren wollte.
Manche Erfahrungen erschließen sich erst im Rückblick.
Schon lange suchte ich nach einer Form, in der Musik und Literatur gemeinsam erzählen konnten. Mich bewegte nicht allein die Musik, sondern auch der Mensch hinter den Werken – seine Hoffnungen, seine Zweifel, seine Brüche und die Frage, wie all das im Klang weiterlebt.
Manchmal begegnet eine Idee dem Ort, an den sie gehört.
Erst später begann ich zu verstehen, warum mich dieser Ort nicht mehr losgelassen hatte. In Bautzen fand vieles zusammen, was mich schon lange begleitet hatte – die Begegnung verschiedener Kulturen, meine Suche nach einer gemeinsamen Sprache von Musik und Literatur und die Frage nach Identität. Vielleicht begann hier auch meine Frage nach Heimat eine neue Gestalt anzunehmen.
Aus dieser Begegnung entstand WINTERKLASSIK.
Franziska Pietsch
Das Festival
WINTERKLASSIK versteht Musik nicht als abgeschlossenes Kunstwerk, sondern als Teil eines größeren kulturellen Dialogs.
Aus dieser Überzeugung entsteht jedes Jahr ein Festival, das Musik, Literatur und Menschen zusammenführt – als Fest der Kunst, der Begegnung und der Freude am gemeinsamen Erleben.
Verwurzelt in Bautzen, ist der Dialog zwischen deutscher und sorbischer Kultur ein selbstverständlicher Teil des Festivals. Er gehört zu seiner Identität und macht kulturelle Vielfalt als gelebte Wirklichkeit erfahrbar.




